Internet-Telefonie (VoIP) wird es in China offiziell bis mindestens 2008 nicht geben. Die Regierung werde entsprechende Lizenzen für Firmen auch weiterhin nicht erteilen, sagte der Chef des chinesischen Internet-Portals Tom Online, Wang Leilei, der "Financial Times".
Marktführer Skype bemüht sich schon lange in einem Joint Venture mit Tom Online um eine solche Lizenz. Diese benötigen die beiden Firmen, um auch VoIP-Gespräche ins Festnetz anbieten zu können.
Chinas Telekom-Konzerne fürchten, dann massiv Marktanteile zu verlieren. Schon derzeit führen viele Chinesen vor allem Fern- und Auslandsgespräche per Internet - weil diese teilweise mehrere Dollar pro Minute kosten.
Wang versuchte in der "Financial Times", die Entscheidung der Regierung herunterzuspielen. Er sagte, "unser Ziel ist, die Zahl der Nutzer von Skype zu erhöhen. Mit einer Vielzahl an Kunden kann man auch viel machen, die Einnahmen aus Skype-Out sind nicht das Wichtigste". Er erwähnte allerdings nicht, dass Skype einen Großteil seiner Einnahmen durch Telefonate ins Festnetz erzielt.
Bereits im vergangenen Jahr hatte China Telecom das Engagement von Skype in China als "illegal" bezeichnet. Der Telekom-Konzern testet zudem eine Software, mit der VoIP-Gespräche blockiert werden können. In Peking, Shanghai und Shenzhen funktionierte Skype mehrere Wochen lang deshalb nicht.
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